Frederike von Freiamt (Old Lady)
Hallo zusammen,
ich bin Frederike, Freifrau von und zu Freiamt. Ich habe über 15 Jahre auf der Straße gelebt, dann haben mich so blöde Zweibeiner in eine Kiste gesperrt, in der so lecker Futter war und aus meinem Revier „gestohlen“. Am nächsten Tag kam ich dann zu Menschen, die weiße Kittel anhatten. Von diesem Tag weiß ich nicht mehr viel, da diese Weißkittel mich gepiekst haben und dann war alles schwarz. Als ich wieder zu mir kam, war ich in einer Holzbox mit Schlitzen eingesperrt und mir war sooo schlecht. Als es mir besser ging, kam eine andere Menschin und hat mich von den Weißkitteln nach einem ewig dauernden Palaver und einer Tüte voll Zeugs (heute weiß ich, dass man Medikamente dazu sagt), weggeschleppt. Diese Menschin hat mich dann an einen Ort gebracht, den die Zweibeiner Tierheim nennen. Da kam ich in ein kleines Zimmer mit Gitter um mich rum und wurde immer wieder mit dem Zeug aus der Tüte geplagt. Mit der Zeit habe ich bemerkt, dass die Medikamente, die man mir einflößte und in meine kaputten Augen stopfte, die Schmerzen linderten. Sehen konnte ich kaum was, nur Schatten, aber der eine Schatten, der Ivonne gerufen wurde war so lieb, bei der wäre ich gerne geblieben. Ihr zu Liebe, bin ich nach anfänglichem kätzischen Verweigern, dann ganz brav in die kleine Box, die Ivonne „Safety-box“ nannte, gegangen, habe mir die Medikamente verabreichen lassen und dann musste ich nach ein bisschen Streicheln wieder in das Gitterzimmer. Nach etwa 6 Wochen intensivster Pflege durch meine Pflegemama Ivonne, kam dann wieder die Menschin, die mich ins Tierheim geschleppt hat und hat mich wieder mitgenommen. Seither bin ich dort, bekomme zwei Mal am Tag noch die Salbe und drei Mal die Woche (Bäääh) werden die Augen ausgewaschen. Ich fühle mich jetzt wieder topfit, auch sehen kann ich besser, aber nicht mehr richtig, d.h. auf der Straße wäre ich verloren. Da bleibe ich doch liebe bei dieser Menschin, zumal sie mich ganz brav in Ruhe lässt, pünktlich (naja nicht immer) Futter vom Feinsten kredenzt und immer wieder mit mir spricht. Sie versucht auch mich mit frisch vom Baum gefallenen Kastanien zum Spielen zu animieren, aber da ziere ich mich noch.
Fazit: Ich fühle mich hier pudelwohl, Schmerzen habe ich keine mehr (naja die Knochen schon noch ein bisschen), sehen kann ich auch wieder besser, nur alles unscharf, Bauch wird gefüllt, was will man als Straßenkatze mehr. Ich hoffe, dass die Menschin ihr Versprechen hält, dass ich, bis es zur Regenbogenbrücke geht, bei ihr bleiben darf. Wenn es was Neues zu vermelden gibt, und ich Zeit finde, zwischen Fressen, Schlafen, Rumlaufen, mit Kastanien spielen ohne Menschin (hihi), melde ich mich wieder.
Eure Frederike
